about

NEU! interview – thomas forkert (e-fork) oktober 2018 –>


(cv.text, may 2012)

i come
pretty straight from visual art. started painting as teenager, did evening courses, studied at the art academy dresden and did my diploma for sculpture. then i was 2 years masterstudent, studied post graduate in stuttgart, paris and later moved to brooklyn, new york, where i attended a first computer graphics internship at the institute of technology, ny.

when i came back
to germany in 1994, i moved to berlin, right in the middle of the electronic music boom, i started pretty radically to work with computers (only), i knew I’d have to make art in the the same way as the music i was listening to was made. i spent another year learning about multimedia design at cimdata berlin. since then, none of the fascination of working with software and internet based networks has abated. i never felt any reason to move back to paints and traditional artistic work.

programming
itself became more and more indispensable. after learning lingo and actionscript, processing opened a whole new world of basic and minimalistic studies. 2007 i started seriously working with processing and havn’t taken up any other methods ever since.

anyway,
deep inside i’m a painter and i always was. so i think my work should be best described in the traditional context of painting. the focus lies on the development of an image and colour composition.

sometimes
it is like coming home and feeling full of an expression that, out of its own energy, is longing to become materialized. even in that moment when i would start painting, i don’t have any direct image up on my inner screen. that wouldn’t be fun. just as when you are compelled to go onto the dance floor by good music, you do not exactly know what’s next… i like to compare my work process to dancing or improvising music. it’s like the process of developing a (most nearly) finished composition throughout a performance or play. for me it is the way in which evolving form elements start organizing and – in the best case – combine to form a fascinating image.

nevertheless
the implication of algorithmic structuring by mathmatical visualisation of forms and behaviours, has a basic priority to my work. to me it offers a meta level of looking at/into nature.

the print work series
shown here, are programmed and recorded as vector files, thus they have unlimited scalability without any loss of quality. I usually realize 3 prints; one unique print in a smaller size of about 80cm (+-) width, one unique print in a medium size of about 1 metre (+-) width, and 1 unique print in a larger size of about 1,80 m (+-) width.
since these works are mostly based on very dense and finely generated structures, extra large prints can be most ideal.

all works are programmed and realized with processing.

 


 

 

 

 

Generative Painting – Wolf Lieser [DAM] Berlin   (english version first)

Holger Lippmann describes a part of his work as digital painting. What distinguishes digital painting from traditional painting on canvas or paper? We need to distinguish between
two categories of digital painting. The first includes works created on the computer with ready-made graphic tools like virtual paint brushes or pens, in something like the way
that non-digital pictures are created on paper or canvas. David Hockney’s painting of a sunflower on an i-pad is an example of this. The second category includes works using
computer generation, in which programs coded by the artist continually produce new aesthetic concepts as images or animations. Every execution of the software creates new
works within the pre-defined boundaries of the system. This process can be called generative painting.

 

Generative Malerei – Wolf Lieser [DAM] Berlin

Holger Lippmann bezeichnet einen Teil seines Werkes als digitale Malerei. Was unterscheidet die digitale Malerei von der traditionellen Malerei auf Leinwand oder Papier?
Grundsätzlich würde ich innerhalb der digitalen Malerei noch eine weitere Differenzierung sehen: die Arbeiten, die am Computer mit Hilfe von vorgefertigten Graphik-Werkzeugen
wie virtuellen Pinseln oder Stiften wie gemalte Bilder erstellt werden – wie es David Hockney kürzlich publikumswirksam vorgeführt hat, in dem er auf dem i-pad ein
Sonnenblumenbild malte – und die generativen Arbeiten mit dem Computer, wo mittels selbst geschriebener Programme ästhetische Konzepte als Bilder oder Animationen
kontinuierlich Werke hervorgebringen. Jedes Ausführen der Software kreiert im Rahmen des vordefinierten Systems neue Bilder. Diesen Prozess kann man als generative Malerei
beschreiben.

 


 

 

 

interview: thomas forkert (www.e-fork.de) – holger lippmann
august 2018

thomas: woher kommt holger lippmann und wie kam er zur kunst?

 

holger: im elternhaus hingen ölbilder vom vater und großonkel herum. auch meine 3 jahre ältere schwester hat viel und gut gezeichnet. ich erinnere mich wie mein vater mir einmal, auf meine bitte nach goldfarbe hin, erklärte, daß man gold gar nicht mit goldfarbe malt und mir demonstrierte wie gold eigentlich gemalt wird. das hat mich sehr faszinirt. ich habe einen polierten messingleuchter gemalt und später dann eine glasflasche und wassergläser.

in der schule war der zeichenunterricht so ziemlich mein einziges lieblingsfach. meine zeichenlehrerin hat mich stellvertretend für unsere dorfschule zu kreis-wettbewerben delegiert und in der 10. klasse eine ganze woche zu einem zeichen & mal workshop geschickt. da kamen viele impulse, vorallem auch der kontakt zu den anderen malenden jugendlichen, erste gespräche über berufswünsche usw…

zu hause hatten wir eine holzmaske an der wand hängen, ich war ca. 11 jahre als ich diese maske im tischlereibetrieb meiner eltern nachgeschnitzt habe. wenig später wollte sie ein kunde kaufen und noch ein weiterer wollte auch so eine maske. ich habe schließlich zig solcher masken geschnitzt, auf bestellung, jede wurde etwas anders. am anfang habe ich sie gegen matchbox autos getauscht, später dann für 50 mark verkauft. das war ein vollkommen ungeplanter start ins bildhauer-berufsleben.

mit 17 habe ich dann einen malzirkel in chemnitz besucht. eninmal haben wir zusammen einen damals bekannten maler besucht, das war glaube ich, eines meiner einschlägigsten erlebnisse dieser zeit. alles voller bilder und farben, extreme unordnung und dennoch alles irgendwie erhaben, und dieser weltfremde typ!, wie er geredet und was er ausgestrahlt hat… das hat mich stark beeindruckt und nicht zuletzt meiner vorstellung über mein ganz eigenes leben eine art startschub gegeben.

malerei und bildhauerei waren für mich immer miteinander verbunden. schließlich habe ich bildhauerei studiert, da es versprach noch mehr neuland entdecken zu können. die welt von ton, gips, stein, metall und allmöglichen experimenten war sehr vielversprechend.

abendstudium, studium, meisterschüler, stipendien-reisen und arbeitsaufenthalte… alles war gut, bestens, ja sogar traumhaft, ein bischen wie aus einem abenteuerroman. auch die wende und die anarchische zeit danach waren irgendwie genial.

 

 

wie kam es zum wechsel von bildhauerei zu digitaler kunst?

die wendezeit hat vieles aufgewirbelt, was vielleicht vorher nie so gedacht, bzw. geplant war. in meinem fall kam es genau zum richtigen zeitpunkt – zum abschluss meines studiums.
zusammen mit den gebrüdern lehmann und noch 3 anderen malern, haben wir damals — noch während der letzten ddr tage — die (illegale) “galerie gebrüder lehmann” gegründet. kaum war die mauer gefallen standen wir im mittelpunkt des interesses der weltöffentlichkeit. die angebote plätscherten nur so herein; zusatzstudium an der ak stuttgart, reisestipendium vom land baden-würtemberg, arbeitsaufenthalt in hannover…
frank lehmann ging als praktikant nach köln in die galerie zwirner und bruder ralf hat die galerie in dresden weitergeführt. für uns künstler der galerie war das eine perfekte konstellation. vieles ist daraus entstanden; reisen, ausstellungsbeteiligungen und connections aller art. 1992 hatte ich das glück ein stipendium in paris zu bekommen, wo ich dann ein jahr verbrachte.

was damals hinter der bühne mit mir passiert ist, trifft der begriff “kulturschock” immernoch am besten. man merkt es im moment nicht so direkt, aber wenn ich jetzt zurückblicke und sehe was ich alles gemacht habe, sieht es so aus, als hätte ich ein halbes jahrhundert kulturgeschichte aufgearbeitet, ähnlich schnell und ansatzhaft wie ein fötus die philogenese durchwandert.
nach paris und kurzem zwischenstop in dresden bin ich dann nach brooklyn, new york gezogen.
ich war viel in galerien und ausstellungen unterwegs. nach einem jahr hatte ich ein tief, es gab scheinbar keinen sinn mehr irgendetwas zu machen, alles war schon x-fach da.

viele abende und nächte war ich gewöhnlich in der east-village unterwegs. und da, in irgendeinem club, standen plötzlich computer und junge leute haben computer generierte videos projiziert. das hat bei mir voll eingeschlagen. ich bin bis zuletzt geblieben und habe mit faszination an die leinwand gestarrt. gegen 3 bin ich über die williamsburgbridge nach hause gelaufen und in mir lief ein monolog ab; das musst du machen! du musst noch einmal völlig neu anfangen! ja! wenn du mut hast, das ist genau das was du willst! …
ich wußte es so sehr, wie vielleicht damals mit 16, als ich maler werden wollte.
nach ein paar telefonaten hatte ich dann auch ein praktikumsangebot am institut of technology, wo ich mich mit einer sogenannte “mal-software” beschäftigen konnte. es war ein anfang. ich wusste aber dass ich neben der technik, hauptsächlich meine alte introvertierte atelier-ruhe brauchte um wirklich weiter zu kommen. also zurück in die vertraute heimat und die fühler ausstrecken…

und wie es in solchen momenten oft ist; — alles fügt sich wie von zauberhand — lernte ich thomas forkert kennen. viele gespräche, viel neues, bis wir schließlich meinen ersten 486er aus teilen auf thomas’ küchentisch zusammenbauten.
viel zeit haben wir zusammen vor diesem 15 zoll monitor verbracht und ich habe eine menge gelernt. das war 1995.

 

 

was ist generative art und wie wird sie technisch umgesetzt?

wie der begriff bereits sagt, werden — wie zb. in meinem fall — bilder und animationen generiert.
aber um diese frage im zusammenhang zu beantworten möchte ich etwas weiter ausholen.
der computer war also mein neues arbeitsmittel und um nicht im jungel der schier unbegrenzten möglichkeiten und ablenkungen zu versinken, stellte ich mir die frage; was genau willst du machen? die antwort war 3d! es gab damals schon einige relativ hoch entwickelte 3d programme, welche auf solch einem home pc liefen. 3ds4 von autodesk fand ich von anfang an genial. ich glaube ich habe mich 4 volle jahre intensivst mit dieser software beschäftigt.
einzelne renderings und animationen habe ich dann später — mit der ersten von mir erlernten programmiersprache: lingo — zu einer interaktiven cd-rom kombiniert, welche 1997 den cd-rom preis der comtecart gewann.

neben dem 3d modeling habe ich mich auch immer mit 2d grafik und entsprechenden programmen beschäftigt. ich glaube es war so zwichen 1997-98, als eine unbekannte junge firma eine 2d software “splash” (später flash) auf den markt brachte, mit welcher vector-basierte und somit sehr kleine und internet fähige grafiken und animationen möglich waren. ich konnte also jetzt animationen via internet publizieren. das war revolutionär!
folgend habe ich viele jahre ausschließlich mit flash und der programmiersprache “actionscript” gearbeitet.
die durchsetzung des internets und flash entwickelten sich rasend weiter. es gab eine immer komplexere programmierebene und die web-integration wurde allmählig zu einem standard.
mit flash basierten arbeiten wie z.b. “popular” und “minimal garden”, war ich u.a. bei internationalen festivals, wie todaysart, file, unsound, ctm, … beteiligt.

anlässlich der clubtransmediale 2005 hatte ich die gelegenheit bei einem ein-wöchigen “processing” workshop teilzunehmen. processing war in gewisser weise das neue flash. open source, entwickelt von künstlern/designern (john maeda, casey reas, ben fry) für künstler/designer, basierend auf einer einfachen programmierumgebung.
an dieser stelle begann für mich der “generative” charakter, weit umfassender als im flash, sich in meiner herangehensweise durchzusetzen.

ich begann kleine programme zu entwickeln, mittels welchen bilder erzeugt werden, um sie wieder zu löschen, wieder den code zu verändern, und wieder neu zu generieren und so fort… hier und da werden zufälle eingesetzt, bzw erkannt, streuungen mit noise algorithmen oder schwarmverhalten ausgelotet…
ein prozess des finetunings einer malmaschine, welche dann output generiert, so wie ich es mir vorstelle. wenige resultate werden ausgewählt, vieles wieder gelöscht. dieser subjektive auswahlprozess spielt dabei nocheinmal eine wichtige rolle.

das ist eigentlich vom grundprinzip nicht so neu; die dadaisten haben bereits vor ca. hundert jahren fotos oder farbige papiere zerrissen, die schnipsel auf untergründe fallen lassen, um dann bestimmte zufällige konstellationen zu fotografieren…

ich könnte dann natürlich die fallgeschwindigkeit der einzelnen papierstücke individuell steuern, oder einen cluster algorithmus einsetzen, …usw. es hört nicht auf spaß zu machen!

 

 

wie hat die digitalisierung deine künstlerische ästhetik beeinflußt? was bedeutet der standort für dich?

mit der vernetzung im www entstanden communities, man lernte leute kennen, tauschte informationen und code schnipsel und plötzlich gab es neben der traditionellen galerie eine neue vielversprechende platforn, mit foren und portfolios in sozialen netzwerken und viel junger vibrierender lebendigkeit, eine neue welt – im hegelschen sinne die dritte natur.
als eine logische und folgerichtige entwicklung wurde das internet so schließlich zu meiner hauptsächlichen grundlage für veröffentlichung und vermarktung.

die künstlerische ästhetik war für mich von vornherein, bauhaus basierend, minimalistisch angelegt. der computer sollte nicht so tun, als ob er ein pinsel wäre, soetwas fand ich von vornherein abstoßend.
so wie mich als kind schon die musik von kraftwerk fasziniert hat und später die elektronische musik im besonderen, so wollte ich auch, einem grundlegenden ansatz folgend, die dem digitalen medium ganz eigene ästhetik als form-element sein lassen und bewußt einsetzen, ..als ein sich natürlich entwickelndes ausdrucks-element einer digitalisierten kultur.

aber nicht nur techno…

als ich ca. 2002-3 wieder ernsthaft anfing an bildern zu arbeiten, gab es nicht nur begeisterung; “mach doch wieder animation!“, jein, ich glaube ich wußte was ich mache.
das hing auch damit zusammen, daß meine ausgiebige zeit in der techno-welt und in nacht-clubs, mit unserem ersten kind zu einem guten zeitpunkt ein gutes ende gefunden hatte und wir, unsere junge familie, raus aus berlin in die brandenburger natur zogen. ich war berauscht von der üppigkeit und wildheit der vegetation, der wälder, seen und wolken, den melodischen landschaften und der schönheit der gräser im besonderen. wir streiften durch wälder und wiesen, erkundeten nach und nach die gegend um unseren neuen wohnort, nahe wandlitz.
so hat sich einerseits die elektronische ästhetik mit den mehr und mehr naturbezogenen themen, wie landschaft oder pflanzen zu einer neuen künstlerischen ästhetik verschmolzen.
es kam mir manchmal so vor als hätte ich von allem das beste; natur und technologie, an einem kreativen punkt zusammengeführt. zwei scheinbare gegensätze sich ausgleichend; ohne internet könnte ich hier nicht leben! oder; ohne natur in einer großstadt – undenkbar!

hier bin ich nun also seit geraumer zeit und entwickle software, um damit bilder und animationen zu kreieren.
bilder sind wie heikus; kurz, konkret, poetisch verdichtet… in ihrer begrenztheit und stille umso herausfordernder in einer welt unbegrenzter möglichkeiten und endloser ablenkungen.
ich glaube es ist sehr schwer gute bilder zu machen.

internet basierte vernetzung bietet information, kommunikation, bildung, präsentation, promotion & publicity und nicht zuletzt vermarktung, … und natürlich auch unterhaltung.
wir sind eine familie, ohne tv, mit etlichen computern, wo dennoch gern bücher gelesen werden. die nähe zu einem flughafen und einer guten schule sind für uns wichtiger als eine großstadt.

interview thomas forkert – holger lippmann, august 2018

(bauhaus kleinschreibung)

 


 

 

 

 

Office tale of Holger Lippmann, self-employed artist  INTERVIEW with baronmag.ca

Who are you :
I am Holger Lippmann

Your current job :
Self-employed artist

In which city are you located?
Outskirt of Berlin

A word to define what kind of worker you are :
One who was playing and dreaming around all his younger age and works a bit too much now

What tools are essential to your life (app, software, etc..)
PC’s everywhere … processing, adobe, blender, rhino, …

What does your office space look like?
8 years ago we, together with my girfriend, build our dreamstudio. it’s basically a 10x7x5 meters osb cube.

What kind of music do you listen when you are working ?
Love listening to the enormous quiet out here

Do you have a way to organize your day to maximize your work ?
we have 2 children, they organize our time-frame

What tips would you give to improve productivity ?
when one thing is finished, getting as much distractions/stimuli in the interim

You’re better than your colleagues to :
we’re all standing on shoulders…

What is the best advice anyone has given you ?
keeping main attention to the large composition in mass/color/direction/distribution…
making visual music, not getting distracted by content and detail, putting your image sometimes upsidedown while working on it

What is your best tip for saving time ?
always focus on just one thing at a time

What is your routine start and end of the day ?
start->coffee, end->turning off thoughts

Aside from your computer and your phone, what gadget can you not go without?
guitars at home, sun glases on the way

 


 

 

 

 

“structural condensation”  nov. 2013  (english version first)
Looking back at my accomplishments over the last years, I recognise apart, from various formal approaches, a continous drive for structural condensation.
For structural condensation up to a point where the shapes begin to apparently depart from their usual meanings and are not clearly perceptible anymore.
In this structural void an entirely new pattern for composing comes into being – an abstraction of fissuring and reformation.
Seen in a sober and technical manner, one may perceive the eternal balancing of meaning, magnitude, colours, shades and properties in order to make out a sound in this ravaged chaos.
Most like to walking a tight-rope with concrete and depictive dynamics on one side and the white noise of ambientesque or tranceesque rhytmical harmony on the other.

“structural condensation” (holger lippmann, oktober 2013)
wenn ich auf meine arbeit der letzten jahre zurückschaue, sehe ich neben vielen unterschiedlichen formalen ansätzen ein durchgehendes interesse nach dichte. das immerweitertreiben von struktureller verdichtung, bis zu einem punkt, an welchem die formen scheinbar ihre erkennbaren ordnungen verlieren, oder gerade noch erahnen lassen.
zurück bleiben spuren von verwüstung, welche in sich neuartige kompositionelle raster enstehen lassen, eine abstraktion der zerklüftung und neuordnung.
genauer betrachtet ist es das ewige ausbalancieren der wertigkeiten; grössen, farben, richtungen…, um innerhalb dieser zerschredderten pixel-felder einen klang zu finden. ein seiltanz zwichen gegenständlich, erzählerischer bilddynamik, und einem amorphen rauschen, eines ambient- oder trance-artigen, rhythmischen gleichklanges.

 

holger lippmann, august 2014


 

 

 

 

Interview with Holger Stark – wolkenbank gallery (english version first)

Holger Stark: Holger, we met during the 80’s at the Art Academy Dresden. From todays point of view, do you happen to look back sometimes a bit longing to the smell of wood
and the plaster dust of your sculptor’s studio?

Holger Lippmann: Not really. Today we live close to the woods and fields within beautiful nature with two little kids and much space to perform and experiment for young and old.
In addition to that, our nice studio with computers, printers, software and networks…, simly the best of everything! The study at the Art Academy was good, but not to cling on it.

H.S.: This performance at that time, at the Brühlsche Terrasse – the balcony of europe – a tumbeling trashcan pyramid, was that your first project to realize a dynamically
generated piece of art?

H.L.: thank you!;) I experienced the art marked free zone as an exiting playground. When i now look back that long way, i notice some sort of paralles to the development of the
20th century art history to all what i did, like an embryo, which has to undergo the whole genesis in small…

H.S.: When and Where did you discover the computer for your artwork? Did you already have any idols or was it rather a playful evolution, for instance out of a technical
application?

H.L.: 1993 i made a practical training at the New York Institut of Technology. This was mor a result out of a big crisis, some kind of cultural shock. back in these days, i felt like a
stoneage man With the pencil in my hand. I had a pretty strong urge to do something socially integrated, ..also as an artist.

H.S.: You just sold the complete edition of 100 at the LUMAS edition gallery of the work „the inner light II“ (which by the way is my favorit too), an exiting experience for you?

H.L.: To be quite honest; if i only could be just happy about it! I’m a mercyless fighter for perfection, if you ask me for the LUMAS works i imediately think of parts i could have
done better and so on… thanks for the wake up call!;)

H.S.: When i open your website, everything is in a flux, always recent works up. Globally many people see imeadiately your new works. Doesn’t digital art want no quiet, the
ripening process and surface quality like in traditional sculpting?

H.L.: I know it’s terrible. Afterwards i take many things out again. The blog is my Street, at which i locate my “open studio”. i never liked The encapsulation within artist ateliers.
When i see indian manufacturers open near on the street, i feel a kind of longing to that openness. Via the www i live this new openness, together with a whole generation.
This exactly is my ripening process! I love to lay everything open and change it again and again as part of the process.
On the other hand, I know the artist’s studios of well known names, and i know there’s alway much junk, that’s normal and has to be taken in account. the art marked stylized an
unfailable artist idol, which is simply not true and – i think – will be changed by the new www age.

H.S.: What would be if computers would die out?

H.L.: Your questions don’t go like; what is he doing with the computers, but more; what was before and will be after. …i don’t know, I am a child of the computer age.

H.S.: Shurely, I notice with captivation the development of digital art. But I’m particularely interested in the fast changes taking place in this realm. Maybe one day one can’t make
art without computers anymore?

H.L.: A good question! I don’t know if i could make fire with stones, i have never tried.

 

 

 

 

Interview mit Gallerist Holger Stark, Galerie Wolkenbank

Holger Stark: Holger, wir haben uns Mitte der 1980er in der Dresdner Kunsthochschule kennen gelernt. Denkst Du heute manchmal ein wenig sehnsuchtsvoll an den Geruch des
Holzes und den Gipsstaub im Bildhaueratelier zurück?

Holger Lippmann: Nein. Heute leben wir am Waldrand, offen zu Feldern und Wäldern in schöner Natur, mit zwei süssen Kindern und viel Platz zum Toben und Experimentieren
für gross und klein. Dazu dann noch die Arbeit mit Software und mit der Welt vernetzt. Einfach von allem das Beste! Das Studium an der HfbK war gut, aber nicht so gut um daran
hängen zu bleiben.

H.S.: Diese Performance damals, eine auf die Brühlsche Terrasse, den „Balkon Europas“ stürzende Mülltonnenpyramide, war das Dein erster Versuch ein dynamisch generiertes
Kunstwerk zu schaffen?

H.L.: Ich habe die Kunstmarkt freie Zone als eine experimentierfreudige Zeit erlebt. Wenn ich jetz auf meine Entwicklung zurückschaue, sehe ich parallelen zur gesamten
modernen kunstgeschichte, die irgendwie abgearbeitet werden mussten, ebenso wie ein embryo die gesamte philogenesis durchmachen muss…

H.S.: Wann und wo hast Du für Deine Kunst den Computer entdeckt? Hattest Du schon Vorbilder oder war es eher eine spielerische Erfahrung, z.B. aus einer technischen
Anwendung heraus?

H.L.: Ich habe 1993 in New York ein Praktikum am Institut of Technology gemacht. Es entstand eher aus einer Kriese, eine art Kulturschock. Mit dem Stift in der Hand kam ich mir
vor wie ein Steinzeitmensch, ich hatte einen starken Drang auch als Künstler gesellschaftlich integer zu sein.

H.S.: Du hast gerade in der LUMAS Editionsgalerie die komplette 100er Auflage Deiner Arbeit „the inner light II“ (übrigens einer meiner Lieblingsarbeiten) verkauft.
Ein aufregendes Erlebnis für Dich?

H.L.: Um ganz ehrlich zu sein; wenn ich mich nur darüber mehr freuen könnte! Ich bin ein unbarmherziger Kämpfer nach Steigerung der Form. Wenn ich an die Lumas Reihe
denke fallen mir gleich Sachen ein, die ich hätte noch besser machen können. Danke für dein Wachrütteln!

H.S.: Wenn sich Deine Webseite öffnet, ist alles in Bewegung, immer alles ganz aktuell. Weltweit sehen viele Menschen sofort Deine neuen Bilder. Braucht digital art keine Ruhe,
die Reifung und Oberflächenpatina aus der klassischen Bildhauerkunst?

H.L.: Ich weiss, es ist schlimm. Im Nachhinein nehme ich wieder viel raus. Der Webauftritt ist für mich die Strasse, an welcher ich mein „offenes Atelier“ habe.
Die Abkapselung in Räumen ist mir schon immer unnatürlich vorgekommen. Wenn ich indische Handwerker an der Strasse sehe, überfällt mich eine Sehnsucht nach dieser
Offenheit. Realität im www zusammen mit einer ganzen Generation.
Ich liebe es absolut alles offen zu legen, um später wieder und wieder zu verändern, das ist teil des prozesses. Ich kenne die Künstlerateliers bekannter Namen und weiss,
dass alle viel Ausschuss machen. Das ist normal und sollte bekannt sein. Der Kunstmarkt stilisiert den Mythos des Edlen, der Fehlerfreiheit.

H.S.: Was wäre wenn – Computer aussterben?

H.L.: Ich sehe schon, deine Fragen gehen nicht in Richtung „was machst du eigentlich mit dem Computer?“, sondern gezielt auf das was davor war und danach sein wird…
Ich weiss es nicht. Ich bin ein Kind des Computer-Zeitalters.

H.S.: Oh, natürlich registriere ich mit Spannung die Entwicklung digitaler Kunst. Mich interessieren aber besonders die für mich immer schneller werdenden Veränderungen
auf diesem Gebiet. Kann man vielleicht irgendwann ohne Computer keine Kunst mehr machen?

H.L.: Eine gute Frage! Ich weiss nicht ob ich noch mit Steinen Feuer machen könnte, ich hab`s noch nie versucht…

Februar 2011

 

 

 

engravings II / fractal flower

FF07
2012
55x55cm

 

fractal flower series, realized using up to 5mm deep laser engraving into MDF.
ongoing project..
Details »

engravings I / landscape

perlin scape 24, 2012
2.50 x 3.50m, 12 plates
wood laser engraving

 

perlin scape 26, 2012
1.66 x 3.50m, 8 plates
wood laser engraving

 

 generative processing works, realized using (2-3mm) deep laser engraving into plywood.
ongoing project..

 

 

 

 

 

isometric iteration

 

isometric iteration 14,15,16, 3x 60x60cm
pigment on canvas

 

isometric iteration is made with processing svg load, using the disableStyle(); function for code based coloring and the getChild(); function
for individual coloring of polygon parts out of one multi poligonal svg file.
the isometric space appears within an XY axis square. starting with a pseudo 3 dimensional cube graphing, which is divided down by 2 in each repetition
of the process. the results of one division are used as starting point for the next division. each repetition of the process is also called an “iteration”.
between x-9 levels are recorded.
different commands for coloring, density or positioning are either random and/or on keyboard/mouse action for layered recording into a vector pdf file… Details »

fractal quilt

 

the fractal series is made with processing svg load, using the disableStyle(); function for code based coloring and the getChild(); function
for individual coloring of polygon parts out of one multi poligonal svg file. furthermore it uses an svg array list. the iteration algorithm is dividing
a shape down within a x-9 level loop. each repetition of the process is also called an “iteration”. the results of one iteration are used
as starting point for the next iteration. a whole bunch of commands are either random and/or on keyboard/mouse action for recording…

 

 

 

 

fractalScape

 

Details »

perlin scape 2

26430

perlin scape (26430), 2011

 

the perlin scape software consists of a X Y axis grid of either circles, ellipses or rectangles.
modified with a perlin noise algorithm to push position, size and color.
different keyboard input values are used for a layered image build up.

 

(made with processing)

 

 

 

 

perlin scape 1

perlin scape (15663), 2011

the perlin scape 1 series (2011-2015) is based on a perlin noise algorithm, which generates color map dependent line by line sequences of either  rectangles or any shapes into a 2D (x,y) matrix.
this software works with different keyboard input values to compose a rather painting like image out of different color maps and values. different map arrays are called by random, noise and/or manual order.

 

(made with processing)

 

 

 

 

 

 

 

corrosive landscape II

 

corrosive landscape is a series of work based on landscape photography. during the last couple of years, living north of berlin, close to the schorfheide, many landscape photos arose.
finally code structures were developed to read color maps and image structures for further generative editing.
the corrosive landscape algorithm generates transparent ellipses, which go virtually into endless width, merging with each other, creating a paint like horizantal pattern.
the final software works with different keyboard and mouse input values for real time recording.

 

(made with processing)

 

 

 

 

DATA-DADA

3739_packing_neu_3

 

 

DATA-DADA is a software based interconected packing algorithm, which reads different color map arrays, either by random, noise and/or manual values.
it consists of:
– predefined color tables.
– randomly mixed scales of predefined color tables
– random color picks out of algorithmically manipulated color arrays.

30 keyboard keys were linked to the color tables, which i assambled and collected together over the years out of all kind of material.
4 keyboard keys are for controlling size manipulation, transparent shutter and the recording control.

Details »

iteration rect I

89408_ITERATION_line02

 

the herewith used  iteration principle consists of rectangles within a X Y axis grid, which are devided in number,
size and applied with a certain color map and another on/off state. each repetition of the process results in one iteration,
which is used as the starting point for the next iteration. between 6 upto 9 levels are recorded.

different keyboard input values are used for a layered image build up.

 

(made with processing)

 

 

 

 

 

e-pastel 2

32858_e_pastel_14

 

the e-pastel series consists of a X Y axis grid of bezier vector curves. a seperate vector curve class defines all vector properties such as color,
transparency and/or stroke weight. to later position them within different grid arrays.
different keyboard input values are used for a layered image build up.

 

(made with processing)